Museum

Jetzt bewährte sich der Kooperationsvertrag zwischen Verein und Technischer Universität. Studenten nutzten die Gelegenheit, die Dresdner Schulgeschichte zu erforschen und halfen auch beim weiteren Aufbau des Museums mit. Als mit dem Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerk ein weiterer Partner ins Boot kam, ging es rascher. Dessen Mitarbeiter richteten die Räume vor, mehrere so wie sie zur Kaiserzeit ausgesehen haben. Ohne diese fachmännische Unterstützung wäre der weitere Aufbau kaum so schnell vorangegangen.

Es war ein besonderes Erlebnis für die Vereinsmitglieder, als sie mit dem Einräumen der ersten Zimmer beginnen konnten. Mittlerweile hatte die Stadtverwaltung weitere Räume im alten Schulhaus zur Verfügung gestellt. So konnte auch mit dem Aufbau der Lehrbuch- und Lehrmittelsammlung sowie des Archivs begonnen werden. Manfred Höhne, selbst Vereinsmitglied, stellte dem Museum seine umfangreiche Sammlung an Dia- und Filmprojektoren zur Verfügung - der Grundstock für das heutige Medienzimmer.

Am 24. März 2006 war es schließlich soweit. Der Vereinsvorsitzende, Prof. Dr. Hartmut Voit, konnte in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste das neue Dresdner Schulmuseum eröffnen.

Alle drei Dresdner Schulmuseen fielen der Bombennacht vom 13./14 Februar 1945 zum Opfer, und das 1986 gegründete neue Museum war bereits sechs Jahre später wieder geschlossen worden. In Deutschlands einst an Schulmuseen reichster Stadt gab es eine solche Einrichtung nicht mehr. Deswegen schlossen sich 1997 einige Enthusiasten, darunter einige Mitarbeiter des letzten Museums, zusammen und gründeten den Verein "Neues Schulmuseum Dresden e. V." Erklärtes Ziel: ein neues Schulmuseum für Dresden schaffen. Trotz allem Elans waren die ersten Schritte schwer. Es fehlte an einem geeigneten Ort und auch an Exponaten. Der Verein gab nicht auf, scharte weitere Mitglieder um sich und bekam schließlich von der Dresdner Stadtverwaltung das ehemalige Schulgebäude Seminarstraße 11 in der Friedrichstadt zugewiesen - nicht das gesamte Gebäude, nur das Erdgeschoss. Der Anfang war gemacht, doch neue Schwierigkeiten türmten sich auf, besser: flossen herbei - in Gestalt der Weißeritz. 2002 überflutete sie Keller und Erdgeschoss. Trotzdem begann der Verein mit den Vorarbeiten für ein neues Schulmuseum. Aus Schulen, die geschlossen wurden, erhielt er Möbel und Lehrmittel. Am meisten haben jedoch die Dresdner selbst zu ihrem Schulmuseum beigetragen. Sie brachten Schulbücher und -hefte, Zeugnisse, Ranzen, Bastelarbeiten und vor allem ihre Erinnerungen. Dieser Strom hält bis heute an.
 
Der Aufbau