Die Friedrichstadt bestand im Wesentlichen aus der Friedrichstraße (diese führte früher nur bis zum Vorwerk) und aus den parallel dazu verlaufenden Seminar-, Wachsbleich- und Schäferstraße sowie aus den kleinen quer verlaufenden Adler- und Bräuergasse, der Dinter-, der Manitius- und der Vorwerkstraße. Die natürliche Grenze zur Innenstadt war die Weißeritz. Die Straßen trugen zur damaligen Zeit andere Namen.
Die Nummerierung aller Häuser erfolgte bis 1840 nach den Katasternummern der Grundstücke. Danach wurde mit einer umfassenden Umbenennung der Straßen auch eine Nummerierung nach Straßenzug und –seite vorgenommen.
Die Friedrichstraße ist die älteste Straße der Friedrichstadt und hieß bis 1732 Ostraer Gasse oder Ostraer Straße, im Volksmund aber Ostergasse.
Dann wurde sie zur Brückenstraße, weil eine Brücke über die Weißeritz der einzige Zugang von und zur Stadt Dresden war. 1735 wurde die Straße gepflastert, erhielt 1780 bereits 140 Straßenlaternen und trug seit der Eingemeindung 1835 den Namen Friedrichstraße.
Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts existierte zur Querung der Weißeritz ein hölzerner Steg. Dieser wurde 1645/47 durch den Bau der steinernen „Ostra – Brücke“ ersetzt. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts hieß sie Friedrichstädter Brücke und ab 1830 „auf Ansuchen der Gemeinde“Friedrichsbrücke. Mit der Verlegung der Weißeritz 1893/95 wurde sie überflüssig und abgebrochen.
Die Seminarstraße trug bis 1840 nach der in Nummer 18 befindlichen Baderei des Kurfürstlichen Feldschers Meyer den Namen Badergasse. Das seit 1787 existierende Seminar war danach der Namensgeber.
Bereits im 2. Viertel des 18. Jahrhunderts wurde die Wachsbleichstraße angelegt und hieß Feldgasse, dann Heigiusgasse nach dem Erbauer des ersten Hauses an dieser Straße oder auch P(B)rießnitzstraße. Nach der ab 1840 dorthin verlegten Wachsbleiche wurde sie erst zur Wachsbleichgasse und 1894 zur Wachsbleichstraße.
Die Schäferstraße wurde Ausgang des 17. Jahrhunderts nur als Weg angelegt, aber bereits 1721 zur Meißner Straße ausgebaut. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts nannte man sie Schäferstraße, benannt nach der an der Weißeritz gelegenen Schäferei.
1827 war ein Steg zur Verbindung in die Stadt Dresden errichtet worden. Später ersetzte diesen eine hölzerne Brücke, die Stiftsbrücke. 1856 folgte ein Steinbau, der zu Ehren des Prinzen Albert den Namen Albert-Brücke erhielt. Der Name wurde aber mit der Vollendung der 1877 erbauten Steinbrücke über die Elbe auf diese übertragen. Es gab bis zum Abriss 1893 wieder eine Stiftsbrücke.
Die Adlergasse war schon um 1725 angelegt worden und hieß bis 1840 Neue Gasse. Dann erhielt sie nach dem an der Ecke zur Schäferstraße befindlichen Gasthaus „Zum Schwarzen Adler“ ihren heutigen Namen.
Lange Zeit existierte an der Grundstücksgrenze des Manteuffelschen Grundstückes ein namenloser Weg. Nach dem Bau des Brauhauses 1720 hieß er Brauhaus-Gässchen. 1848 wurde daraus die Bräuergasse.
Auch die Dinterstraße war anfangs nur als Fußweg bekannt. Krumme Gasse nannte man ihn seit 1840. Nach einem 1873 erfolgten geradlinigen Ausbau wurde sie zu Ehren des langjährigen Schul- und Seminardirektors Gustav Friedrich Dinter umbenannt. Seit 1988 ist sie namenlos im Gelände des Krankenhauses integriert.
Die Menageriestraße wurde bereits nach dem Bau der Matthäuskirche (1728 – 1730) als Kirchenstraße an der Grenze zum Manteuffelschen Grundstück von der „Ostra- bis zur Schäfereystraße“ angelegt. Diesen Namen trug sie bis 1840, danach Menageriestraße. Es ist nicht geklärt, ob die Umbenennung erfolgte, weil sie geradewegs zur kurfürstlichen Menagerie führte, oder nach der an ihr gelegenen kleinen Menagerie des Grafen Brühl.
Nach dem 1892/95 erfolgten Bau der neuen städtischen Frauenklinik und des Anatomiegebäudes gehört der Teil von der Friedrich- bis zur Wachsbleichstraße zum Krankenhausgelände.
Die Institutsgasse führt ihren Namen seit 1840 nach dem an ihr bis 1899 gelegenem Freimaurerinstitut. Dann wurden diese Gebäude abgerissen, die freie Fläche durch die Neuanlage einer Straße geteilt und mit Wohnhäusern bebaut. So entstand die Manitiusstraße, benannt nach einem Direktor des Institutes.
Auch die Vorwerkstraße ist nach dem Bau der Matthäuskirche angelegt worden. Bis Ende des 17. Jahrhunderts war sie namenlos, dann wurde sie als Plauische Straße aufgeführt. Ab 1855 unterteilte man sie in Obere (Friedrichstraße bis Markt) und Untere Vorwerkstraße (vom Markt bis Schäferstraße). Diese Unterteilung wurde 1895 aufgehoben.
Als der Ingenieur–Offizier Erndl auf Befehl Augusts des Starken für die Friedrichstadt einen Bebauungsplan erstellte, gehörte auch ein Markt mit Rathaus dazu. Dieser wurde 1729/30 angelegt, aber das Rathaus nie gebaut. Auf dem Markt fanden lediglich bis 1870 jährlich ein Ross- und Pferdemarkt statt. An Bedeutung gewann er, als der Sächsische Konferenzminister Peter Graf von Hohenthal-Königsbrück dort eine Armenschule und ein Amtskrankenhaus eröffnete. 1877 bekam der Platz den Namen Hohenthal-Platz, von 1946 – 1993 hieß er Christian-Beham-Platz. - Hier steht auch das Denkmal von König Anton. Es befand sich vormals in den Anlagen an der Weißeritz, musste aber 1893 mit deren Verlegung umgesetzt werden.
Am Markt gründete 1784 der Diakon der Matthäuskirche Feilgenhauer in vier Privaträumen den Vorläufer der Armen- und Realschule.
Die Weißeritzstraße verlief parallel zum Flussufer. Um 1765 hieß sie Friedrichstädter Straße, danach bis 1790 Wasserstraße, An der Wasserseite oder auch An der Weißeritz. Durch die natürliche Begrenzung wurde sie nur einseitig bebaut.
Direkt am Ufer entlang gab es eine kleine Parkanlage. Dort wurde das 1836 von Ernst Rietschel geschaffene Denkmal des Königs Anton I. aufgestellt. Es trägt die Inschrift: „Anton dem Gütigen von den Bewohnern der Friedrichstadt – 27.12.1835“
In Friedrichstadt gab es vier Schläge:
- Löbtauer Schlag Ausgang Weißeritzstraße
- Briesnitz-Schlag Ausgang Schäferstraße
- Ostra-Wiesen-Schlag Ausgang Friedrichstraße
- Ausgang ins Gehege am Beginn der Kohlenbahn
(Pieschner Allee)
Mit der Einführung der Generalkonsumtionsakzise 1703 unterlagen städtische und ländliche Territorien unterschiedlicher Besteuerung. Deshalb waren ab 1721 diese Übergänge, die sogenannten Schläge, auch mit Wachen und Steuereinnehmerhaus ausgestattet. (Sie existierten bis Mitte des 19. Jahrhunderts.)