Das Reformschulzimmer (Weimarer Republik)
Während der Weimarer Zeit bestimmten die Dresdner Reformschulen die Versuchsschulbewegung in Deutschland maßgeblich mit. Entstanden im ausgehenden 19. Jahrhundert und stark von Ellen Keys 1902 auf deutsch erschienen Buch "Das Jahrhundert des Kindes" geprägt, entwickelte sich diese „neue Schule“ in der sächsischen Hauptstadt als Pendant zur bis dahin vorherrschenden "Rohrstockpädagogik".
Linolschnitte waren ständiger Bestandteil des Unterrichts an den Dresdner Versuchsschulen. Heute können sich hier im Reformschulzimmer auch die Jüngsten damit versuchen.
Ausstellung
In Dresden gab es mehrere Versuchsschulen, die, wie alle anderen in Deutschland, 1933 vom NS-Staat zerschlagen wurden. Noch heute leben eine Reihe früherer Versuchsschüler. Sie und die Kinder ehemaliger Lehrer haben zu dem neuen Museumsraum zahlreiche Erinnerungen beigetragen. Die Schüler saßen nicht in Bänken, sondern in kleinen Gruppen an Tischen. Über ihre vielfältigen Erlebnisse, u.a. bei Fahrten ins Landheim nach Gohrisch/Sächsische Schweiz oder nach Frankreich und Schottland, gestalteten sie auch noch heute beeindruckende Arbeiten. Einige davon sind in der Ausstellung zu sehen. Zu den Hintergründen der Reformschulbewegung führen diese Links:
Zu den ersten Besuchern des Klassenzimmers aus der Weimarer Zeit gehörten auch viele ehemalige Dresdner Versuchsschüler. Einmal im Jahr lädt sie das Schulmuseum zu einem Treffen ein.
Impressionen vom Versuchsschülertreffen im Reformschulzimmer. In diesem Raum finden nicht nur Begegnungen mit alternativen pädagogischen Konzepten der Vergangenheit statt, sondern auch mit denen der Gegenwart, führen doch deren Wurzeln in aller Regel in die Vergangenheit zurück. Das Schulmuseum unterstützt diesen Gedanken auch durch seine neue Veranstaltungsreihe "Schulen, die anders sind". Dort stellen sich heutige Dresdner Reformschulen vor. Die Termine sind hier einzusehen. Diese Reihe soll durch Veranstaltungen unter dem Titel "Schulen, die anders waren" ergänzt werden. Dann stehen historische Reformschulen im Mittelpunkt. Die Vorträge wenden sich an Eltern, Pädagogen, Studenten und alle, die sich für die Schule interessieren.