



Wie kein anderer Dresdner Stadtteil spiegelt die Friedrichstadt die Zusammenhänge zwischen örtlicher, regionaler und landesweiter Schulpolitik wider. Das hängt auch damit zusammen, dass die 48. Grundschule ein historisches Gebäude nutzt, in dem ununterbrochen seit 1785 unterrichtet wird – Dresdens ältestes Schulhaus. Geschaffen wurde diese Schule einst als „Winkelschule“ - eine nur für die Einwohner in Friedrichstadt bestimmte Armenschule. Diese Schulen haben sich später zu Distrikts-, Bezirks- und Bürgerschulen entwickelt.
Das Schulmuseum befindet sich im früheren Jungenhaus und will im Rahmen einer Sonderausstellung die Geschichte der Friedrichstädter Schulen darstellen. Dazu gibt es einige Besonderheiten. So befand sich in dem barocken Gebäude einst das Königlich-sächsische Lehrerseminar. Dessen Einrichtung war 1787 der industriellen Entwicklung des Landes geschuldet, das besser als seinerzeit üblich ausgebildete Fachleute brauchte. Dafür wiederum waren höhere Schulen erforderlich, die nach entsprechenden Lehrkräften verlangten, und die wurden in Friedrichstadt ausgebildet.
Über die „niederen“ Schulen und das Seminar hinaus gab es auch das Freimaurerinstitut auf der Institutsgasse. Es entwickelte sich später zum Freimaurer-Institut für Knaben. Die Mädchen erhielten eine eigene Freimaurerschule an der Löbtauer Straße. In der Friedrichstadt existierten ebenfalls die erste Realschule Sachsens sowie katholische Schulen. Auch gab es hier den ersten Fröbel-Kindergarten in Dresden und die Königlich-Sächsische Turnlehrerbildungsanstalt.
All das und viele weitere Fakten und Geschichten zur Geschichte und den Schulen des bekannten Stadtteils, das einst vor den Toren der Residenzstadt lag und von den Kurfürsten sowie dem Hofadel besonders geschätzt wurde, erfahren Sie in der Sonderausstellung, die bis Ende September geöffnet ist.